Mein ultimativer Guide hilft dir deine perfekte Oman Rundreise zu planen. In diesem Artikel findest du unsere Reiseroute inklusive Kilometer und Fahrzeiten, wertvolle Tipps zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten, die Koordinaten unserer schönsten Campingplätze, meine hilfreiche Packliste, eine Aufstellung unserer Kosten und vieles mehr.

Oman Karte: Die Reiseroute für unsere 7 Tage Oman Rundreise

Bevor die Reise aber so richtig losgeht, solltest du folgende Dinge abhaken können:

  • Flüge: Buche deinen Flug in den Oman einige Wochen im Voraus. Wir sind mit Pegasus von Wien über Istanbul nach Muscat geflogen und haben für die Flüge pro Person knapp über 300 € bezahlt.
  • Visum: Für den Oman benötigst du ein Visum. Du kannst es zwar auch on arrival beantragen, wir haben es aber bereits von Zuhause aus online gemacht. Mehr dazu hier.
  • Mietwagen und Campingausrüstung: Auch um Auto und Zelt solltest du dich bereits vor deiner Reise kümmern. Unseren 4WD inklusive Dachzelt und Camping Equipment haben wir von Nomadtours gemietet.
  • Unterkunft: Solltest du wie wir nach deinem Oman Roadtrip auch in einem schönen Hotel entspannen wollen, buche es ein paar Wochen vor deiner Ankunft, um garantiert noch ein Zimmer zu bekommen. Ich kann auch das Shangri-La Barr Al Jissah sehr empfehlen, aber mehr dazu später.
  • Reiseführer: Sowohl für die Planung als auch vor Ort war mir der Lonely Planet eine große Hilfe. Nicht zuletzt, weil es einfach schön ist am Abend im Zelt über die Highlights des nächsten Tages zu lesen.
  • Gepäck: Damit du richtig ausgerüstet bist und weißt was du unbedingt mitnehmen solltest, habe ich alles in einer Packliste zusammengefasst.
  • SIM-Karte: Wir haben uns direkt am Flughafen bei einem Stand von Omantel eine lokale SIM-Karte und etwa 10 GB Datenvolumen geholt, da wir alles mit Google Maps navigiert haben. Ein GPS ist nicht notwendig.

Oman Rundreise

Für viele steht der Oman als Reiseziel noch nicht auf der Bucket List – sollte er aber. Berge, Wüste, Strände, Wadis und noch viel mehr hat das Land im Südosten der arabischen Halbinsel zu bieten. Als ich zum ersten Mal von Oman Urlaub hörte, wusste ich nicht so recht, was ich mir darunter vorstellen sollte. Und dann auch noch Camping? Geht das? Und wie das geht! Im Oman ist Wildcamping erlaubt. Man darf also so gut wie überall sein Zelt aufschlagen und die wunderschöne Natur des Landes genießen.

Und genau das haben wir eine Woche lang getan. In sieben Tagen sind wir quer durchs Land gefahren, haben auf Bergen, in der Wüste, bei Wadis und an Stränden gecampt und den Oman, dessen Kultur und die Menschen des Landes kennengelernt.

In meinem Blogpost zeige ich dir unsere Route für den perfekten Oman Roadtrip in 7 Tagen plus wo du nach einer Woche Camping unbedingt entspannen solltest.

Hier ist die Tagesplanung für unsere Oman Rundreise. Ich habe dir für jeden Tag unsere Stopps sowie die Koordinaten unserer Campingplätze notiert:

Tipp: Klicke auf das Icon rechts oben, um die Karte in Google Maps anzusehen und abzuspeichern.


Tag 1: Jebel Akhdar

  • Stopps: Birkat Al Mouz, Jebel Akhdar (Diana Point & Terraced Fields Viewpoint)
  • Kilometer & Fahrzeit: ~175 km, ~2:30 h
  • Campingplatz: 23.1227337, 57.6119102 (Jebel Akhdar)

Bevor es losgeht noch ein paar praktische Infos zu unserem Mietauto und unserer Campingausrüstung: Wie schon erwähnt, haben wir einen 4WD, um genau zu sein einen Toyota Prado, mit Dachzelt von Nomadtours gemietet. Das dazugehörige Camping Equipment kann sich sehen lassen, denn auf unseren Roadtrips durch Australien oder Neuseeland, waren wir nicht so gut ausgestattet.
Im Preis von rund 360 € für sieben Tage haben wir neben unserem Dachzelt Schlafsäcke, Kissen, Überzüge und ein Spannleintuch, einen Gaskocher, Schüsseln, Teller und alles, was man sonst noch so braucht, eine Campingdusche sowie einen zusätzlichen Wasserkanister.
Das Auto kostet zusätzlich 670 € für eine Woche. Eine genaue Aufschlüsselung unserer Reisekosten gibt es hier.

Der erste Stopp unserer Oman Rundreise führt in den Hypermarket, um richtig Proviant einzukaufen. Gerade um und in Muscat, aber auch in anderen Städten, gibt es einige Hypermarkets wie zum Beispiel den Lulu Hypermarket, den wir angesteuert haben. Dort gibt es wirklich alles, was das Herz begehrt und solltest du etwas zu Hause vergessen haben, dann bekommst du es dort ganz bestimmt. Neben Wasser und Lebensmittel haben wir uns an der Feinkosttheke gleich noch Kebab Spieße mit Kulcha geholt, damit wir unsere Reise nicht hungrig starten.

Birkat Al Mouz

Nach rund 1,5 Stunden Fahrt erreichen wir Birkat Al Mouz. Der kleine Ort am Fuße des Jebel Akhdar wirkt wie eine Oase. Unzählige Palmen reihen sich in den Gärten. Wie viele Orte im Oman ist Birkat Al Mouz sehr grün. Der Grund dafür ist ein Falaj, ein antikes Bewässerungssystem, das ganzjährige Wasserzufuhr ermöglicht. Wir wandern die Ruinen der Altstadt hinauf bis zum Turm. Erst von oben wird uns klar wie grün der Ort tatsächlich ist – rundherum sind nur Dattelpalmen zu sehen.
Um die beeindruckenden Ruinen samt dem Palmenmeer zu betrachten fahren wir auf den gegenüberliegenden Hügel (Koordinaten: 22.925795, 57.676563) und genießen noch einmal den Blick auf die Stadt.

Jebel Akhdar

Jetzt geht es weiter auf den Jebel Akhdar, den grünen Berg. Zu Beginn der Straße befindet sich eine Kontrollstation, denn von dort an darf man nur mit 4WD fahren. Wegen der Fahrt auf das rund 2.000 Meter hohe Hochplateau brauchst du dir aber keine Sorgen machen. Die Straßen sind sehr breit, asphaltiert und es gibt ausreichend Notfallspuren.

Mein persönliches Highlight am Jebel Akhdar ist der Diana Point, ein Aussichtspunkt über die Berge und die tiefen Schluchten des Hajar Gebirges. Er hat seinen Namen von Lady Diana, die diesen Ort einst gemeinsam mit Prinz Charles mit dem Hubschrauber besuchte. Doch der Aussichtspunkt ist heute gar nicht so einfach zu finden. Folgt man Google Maps, landet man vor den Toren eines Luxushotels. Das scheint anfangs verwirrend, ist aber genau richtig, denn der Diana Point befindet sich im heutigen Hotelareal. Wir fragen also einfach am Eingang nach, ob wir den Aussichtspunkt besuchen dürfen und werden freundlich hineingelassen. Neben der wunderschönen Natur können wir also auch noch das einzigartige Anantara Hotel bewundern – definitiv eine Überlegung wert für den nächsten Oman Urlaub, sofern ich genügend Kleingeld übrig habe.

Noch ein paar Kilometer weiter liegt unser erster Campingplatz. Da wir auf rund 2.200 m Seehöhe übernachten, heißt es warm anziehen! Denn in der Nacht erwarten uns nur um die 5°C. Vergiss also nicht auch warme Kleidung einzupacken.


Tag 2: Nizwa

  • Stopps: Nizwa (Souq & Fort), Misfat Al Abriyeen
  • Kilometer & Fahrzeit: ~150 km, ~2:40 h
  • Campingplatz: 23.2077778, 57.147222 (Jebel Shams)

Als wir aufwachen und aus unserem Zelt klettern, stellen wir fest, dass wir neue Nachbarn bekommen habe. Zwei Esel wandern um unser Auto und beobachten uns beim Abbauen unseres Dachzelts.

Nizwa

Heute geht es für uns erstmal zurück ins Tal und zwar nach Nizwa, eine der ältesten Städte im Oman. Früher war Nizwa ein wichtiges Handelszentrum, in dem Bauern aus der Umgebung ihre Ware verkauften. Aber auch heute noch spielt der Souq, also der Markt, eine wichtige Rolle für die Stadt. Natürlich besuchen auch wir den berühmten Markt, der aus unzähligen Markthallen besteht – Fisch, Fleisch, Keramik und nicht zu vergessen der Ziegenmarkt. Aber leider ist heute Samstag, was nämlich bedeutet, dass wir die Ziegenversteigerungen, die nur jeden Freitag Morgen stattfinden, verpasst haben.

Nach unserem Marktbesuch geht es gleich weiter zum Nizwa Fort, einer Befestigungsanlage aus dem 17. Jahrhundert. Das Fort hat viele versteckte Ecken und Höfe, besonders sehenswert aber ist der Blick vom Turm, der uns eine grüne Oase zu Füßen legt. Wir lassen unsere kleine Sightseeing-Tour im Al Qala Coffee Shop in der Nähe des Souqs bei leckeren Limonaden und einer Kebab-Platte ausklingen.
Solltest du in Nizwa auch auf der Suche nach einer kleinen Erfrischung sein, lass dir die leckere Zitronen-Minz-Limo dort nicht entgehen.

Misfat Al Abriyeen

Nun aber weiter – nach rund einer Stunde Fahrt erreichen wir das kleine Bergdorf Misfat. Die alten Häuser der Altstadt lassen uns erahnen wie die Omani früher gelebt haben. Lehm und Stein waren die wichtigsten Baumaterialien. Bis heute sieht man in den Ruinen in die Wand eingemauerte Regale. Das Besondere an Misfat sind aber, neben der Altstadt, die Gärten, die sich terrassenartig unterhalb des Ortes ausbreiten. Wir unternehmen eine kleine Wanderung durch die Plantagen und genießen die Aussicht auf Dattelpalmen und Bananenbäumen während wir dem Plätschern des Falaj lauschen.

Wieder zurück am Auto machen wir uns auf den Weg zum Jebel Shams, dem höchsten Berg des Omans. Wir haben aber aus den "Fehlern" unserer ersten Camping-Nacht gelernt und übernachten heute nicht bei 5°C auf dem Gipfel des Berges, sondern auf angenehm warmen 1.200 Meter Seehöhe.


Tag 3: Jebel Shams

  • Stopps: Jebel Shams (Wadi Ghul Viewpoint, Balcony Hike)
  • Kilometer & Fahrzeit: ~300 km, ~5:00 h
  • Campingplatz: 22.408889, 58.808333 (Sharqiya Sands)
  • Ausrüstung/Kleidung: Turn- oder Wanderschuhe, genügend Wasser und anderen Proviant, Sonnencreme

Nach unserem Camper-Frühstück mit einzigartigem Ausblick auf das Hajar Gebirge geht es für uns weiter bergauf. Das Gute ist, die Straße auf den Jebel Shams ist den Großteil der Strecke asphaltiert. Nach einem Stück Schotterstraße ist die Straße weiter oben wieder befestigt. Die letzten Kilometer vor dem Eingang zum Balcony Hike, muss man wieder auf einer Schotterstraße fahren und zwar eine mit vielen und tiefen Schlaglöchern. Obwohl für den Jebel Shams ein 4WD nicht Pflicht ist, rate ich dennoch zu einem Allrad-fähigen Auto mit genügend Bodenfreiheit.

Balcony Hike

Für den heutigen Vormittag haben wir uns den Balcony Hike, eine der wohl schönsten Wanderungen auf dem Jebel Shams, vorgenommen. Der Wanderweg beginnt direkt unter der Klippe des sogenannten Grand Canyon Arabiens und führt immer tiefer in die Schlucht hinein. Im Vorhinein habe ich im Lonely Planet über die heutige Wanderung gelesen, um zu wissen was mich erwartet. Worte wie nur ein falscher Schritt und es geht 500 Meter bergab waren tatsächlich ein wenig abschreckend. In Wahrheit ist der Wanderweg aber keineswegs furchteinflößend oder gefährlich. Der Weg ist gut befestigt und die Aussichten sind einfach traumhaft.

Nach rund 1,5 Stunden und unzähligen tollen Ausblicken später erreiche ich ein verlassenes Dorf, das sich in die Felswand über einer tiefen Schlucht versteckt. Auf der gegenüberliegenden Seite ragen bis heute die angelegten Terrassengärten hervor. Mittlerweile ist es Mittag und bereits ziemlich heiß, denn die Sonne scheint direkt auf die Seite des Canyons, auf der sich der Weg befindet. Sonnencreme und genügend Wasser sind für diese Wanderung daher ein Muss.

Zurück am Parkplatz haben Ziegen unser Auto in Beschlag genommen. Auch ihnen war heiß und sie haben es sich unter unserem Auto im Schatten gemütlich gemacht.

Für den Nachmittag steht uns eine lange Autofahrt bevor, denn wir wollen heute in der Wüste übernachten. Als wir endlich ankommen ist es schon spät und wir schlagen nahe Bidiyya unser Zelt auf. Nach Sonnenuntergang ist es sehr windig, aber nach ein paar Stunden ist der Sturm zum Glück vorbei und die Nacht ruhig.


Tag 4: Wadi Bani Khalid

  • Stopps: Wüste, Wadi Bani Khalid, Sur
  • Kilometer & Fahrzeit: ~220 km, ~3:50 h
  • Campingplatz: 22.703889, 59.377500 (Qalhat Beach)
  • Ausrüstung/Kleidung: Badebekleidung, die über die Knie bzw. Schultern geht, Wasserschuhe, Drybag, wasserdichte Handyhülle

Ich bin schon ganz aufgeregt, denn heute stehen zwei spannende Punkte am Programm: Zuerst werden wir mit unserem 4WD ein Stückchen in die Wüste fahren und danach werden wir unser erstes Wadi besuchen.

Sharqiya Sands

Zugegebenermaßen habe ich ein bisschen Angst vor dem im Sand fahren, da wir damit absolut keine Erfahrung haben. Durch die Wüste führen aber regelrechte Highways – ein bisschen übertrieben, aber es gibt tatsächlich festgefahrene Sandstraßen, auf denen es auch für Wüsten-Neulinge wie uns kein Problem ist zu fahren. Und selbst, wenn wir stecken bleiben sollten – was uns zum Glück erspart geblieben ist, – Omani sind so freundlich und hilfbereit, dass es wahrscheinlich keine zehn Minuten gedauert hätte bis uns jemand herausgezogen hätte.

In der Wüste gibt es vereinzelt Hütten, wo Ziegen und Kamele leben. Wir befinden uns allerdings wirklich am Eingang der Wüste. Wir könnten wohl noch kilometerweit die sandige Straße entlangfahren. Ob sich da auch noch so viele Tiere befinden? Ich weiß es nicht.

Wadi Bani Khalid

Nach ein paar Kilometern offroad und einem Spaziergang auf den Dünen von Sharqiya Sands geht es für uns weiter nach Wadi Bani Khalid.

Ausgerüstet mit einer wasserdichten Handyhülle und unserem Drybag, das heute erstmalig zum Einsatz kommt, machen wir uns auf den Weg in das Wadi. Ein großer Pool erwartet uns gleich zu Beginn, doch es lohnt sich weiter zurück in die Schlucht zu wandern. Das Wasser ist angenehm warm und wir schwimmen vom hintersten Pool immer weiter nach vorne. Ein Besuch vor der Mittagszeit lohnt sich, denn teilweise sind wir ganz alleine in den wunderschönen Naturpools von Wadi Bani Khalid. Das Wasser ist so klar, dass man an den meisten Stellen bis auf den Grund sieht. Vom vorletzten Pool schwimme ich bis zum Ausläufer des Wadis, überwinde einen kleinen Wasserfall und genieße es in diesem exklusiven Naturpool komplett alleine schwimmen zu dürfen – was für ein Erlebnis.

Aus Rücksicht auf die Kultur des Landes trage ich zum Schwimmen übrigens lange Leggins und ein Sportshirt über meinem Bikini.

Nach einem typisch arabischen Mittagessen in einem kleinen Restaurant im Ort geht es für uns weiter nach Sur.

Sur

Sur ist eine alte Handels- und Seefahrerstadt. Als wir dort ankommen, ist jedoch Ebbe und die meisten Boote liegen auf Grund. Der Leuchtturm Al Ayjah ist trotz starkem Wind und Ebbe eine wahre Sehenswürdigkeit. Dennoch bleiben wir nicht lange und fahren weiter Richtung Qalhat, wo wir heute am Strand übernachten.


Tag 5: Wadi Shab

  • Stopps: Wadi Shab
  • Kilometer & Fahrzeit: ~40 km, ~0:45 h
  • Campingplatz: 22.891111, 59.222222 (Fins Beach)
  • Ausrüstung/Kleidung: Badebekleidung, die über die Knie bzw. Schultern geht, Wasserschuhe, Drybag, wasserdichte Handyhülle, genügeng Wasser und anderen Proviant

Es war eine sehr windige Nacht und ich habe mehrmals darüber nachgedacht, ob es möglich ist, dass der Sturm unser Auto samt Dachzelt umwirft. Passiert ist das zum Glück nicht und ich denke auch nicht, dass es möglich ist, obwohl es sich heute Nacht wirklich manchmal so angefühlt hat.

Wadi Tiwi

Auf meinem Plan für unsere Oman Rundreise, den ich vor Reiseantritt erstellt habe, ist für heute Wadi Tiwi eingetragen. Also machen wir uns auf den Weg in unser zweites Wadi. Die Straße in das Wadi sieht anfangs noch sehr gut aus, ist asphaltiert und recht breit. Laut Reiseführer liegt das Ende des Wadis hinter neun Dörfern. Vorbei am ersten Dorf wird die Straße enger. Wir fahren weiter. Es geht bergauf. Die Straße wird nun so eng, dass es mit unserem Toyota Prado schon schwierig wird um die Ecke zu kommen – an möglichen Gegenverkehr möchte ich gar nicht erst denken. Im dritten Dorf halten wir an und beschließen aufgrund der abenteuerlichen Straßenverhältnisse umzukehren.

Wadi Shab

Es gibt also eine kleine Planänderung. Da es noch immer relativ früh am Morgen ist und Wadi Shab nur rund 10 Fahrminuten entfernt liegt, steuern wir das nun an.

Vom Parkplatz unter der Autobahnbrücke geht es zuerst mit einem kleinen Boot auf die andere Seite des Wadis, von wo aus die Wanderung startet. Für die Überfahrt haben wir für uns beide 2 OMR (für Hin- und Rückfahrt) bezahlt. Wir wandern vorbei an Palmengärten bevor wir uns an der Felswand entlang schlängeln und über die Steine des Wadis klettern. Nach rund 45 Minuten Wanderung haben wir den ersten Pool erreicht, von wo aus es nur mehr schwimmend weitergeht.

Wir bereiten also unser Drybag vor und schwimmen los. Das Wasser in Wadi Shab heute ist etwas kälter als gestern in Wadi Bani Khalid. Als wir nach rund 15 Minuten Schwimmen drei oder vier Naturpools hinter uns gelassen haben, geht es schwimmend durch einen engen Spalt in eine versteckte Höhle. Das Wasser glitzert ganz azurblau und wirkt fast unecht. In der Höhle angekommen, erwartet uns ein Wasserfall. Mir fehlen die Worte dieses unglaubliche Erlebnis zu beschreiben – ich liebe schwimmen und die Wanderung in Wadi Shab ist definitiv eines der besten Erlebnisse, nicht nur unserer Oman Rundreise, sondern meines Lebens.

Mit unseren schönen Erinnerungen im Gepäck geht es für uns zu unserem heutigen Campingplatz nahe des Fins Beach, wo wir den Abend mit Pasta Basilico ausklingen lassen.


Tag 6: Matrah

  • Stopps: Bimmah Sinkhole, Wadi Al Arbeieen, Wadi-Dayqa-Damm, Matrah (Corniche & Souq)
  • Kilometer & Fahrzeit: ~200 km, ~3:15 h
  • Campingplatz: 23.532222, 58.681389 (Yiti Beach)
  • Ausrüstung/Kleidung: Badebekleidung, die über die Knie bzw. Schultern geht, Wasserschuhe

Heute machen wir dem Begriff Roadtrip alle Ehre, denn wir haben einiges am Programm.

Bimmah Sinkhole

Gleich frühmorgens geht es los zum Bimmah Sinkhole, einer unterirdischen Höhle die irgendwann einmal eingebrochen ist und sich mit Wasser gefüllt hat. Heute ist es ein beliebtes Touristenziel und ein frequentierter Badeort.
Ich bin wieder in meinem Schwimm-Outfit in Leggins und T-Shirt. Wie für viele andere Sehenswürdigkeiten gilt auch hier: der frühe Vogel fängt den Wurm. Damit will ich sagen, dass es sich lohnt früh dran zu sein, um die Atmosphäre des Sinkholes ohne Menschenmassen richtig genießen zu können.

Als wir ankommen ist nur eine Gruppe von Mädels und ein anderes Pärchen an der Badestelle. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich schwimmen gehen soll, wage es dann aber doch. Am Anfang ist das Wasser noch ganz seicht, doch plötzlich wird es tief und dunkel – wie tief weiß wohl keiner. Doch die Erfrischung tut gut und ich genieße es ganz alleine im Sinkhole zu schwimmen.

Wadi Al Arbeieen

Wieder abgetrocknet und bereit für das nächste Abenteuer beschließen wir nach Wadi Al Arbeieen zu fahren. In den Canyon führt eine breite Schotterstraße. Links und rechts von uns erheben sich die braun-roten Felswände. Die Landschaft ist beeindruckend und die Straße wird immer abenteuerlicher. Wir sind schon durch mehrere Lacken gefahren als wir bei einer Wasserstelle unbekannter Tiefe ankommen, die uns zum Umkehren zwingt. Auch wenn wir nicht bis ans Ende von Wadi Al Arbeieen gefahren sind, war es dennoch ein wunderschöner Ausflug.

Wadi-Dayqa-Damm

Auf einer befestigten Straße geht es für uns weiter zum Wadi-Dayqa-Damm, dem größten Staudamm im Oman. Der Damm wurde 2012 eingeweiht und dient dem Hochwasserschutz und der Trinkwasserversorgung. Wir sind beeindruckt von der riesigen Staumauer und der Fläche, die der Damm überflutet hat.

Matrah

Nach unserer Besichtigung steigen wir wieder ins Auto und machen uns auf den Weg in die Stadt, um genau zu sein nach Matrah. Wir sind schon hungrig und steuern zielstrebig Juice World an, wo wir uns einen arabischen Kebab und unsere Lieblingslimo Zitrone-Minze gönnen.
Wir finden es in Matrah so richtig touristisch. Am Souq werden hauptsächlich Souvenirs verkauft und Gehsteige und Lokale sind voll mit Kreuzfahrt-Touristen. Nach einem kurzen Spaziergang auf der Corniche entscheiden wir uns zu unserem Campingplatz am Yiti Beach weiterzufahren.

Und diese Entscheidung war richtig. Neben einem Baum schlagen wir unser Zelt auf und genießen den Abend. Während wir essen wandern zwei Esel an uns vorbei, die sich von unserem arabischen Nachtmahl aber nicht beirren lassen.


Tag 7: Muscat

  • Stopps: Muscat (Große Sultan Qaboos Moschee, Royal Opera House Muscat, Qurum Beach, The Wave Muscat)
  • Kilometer & Fahrzeit: ~110 km, ~2:00 h
  • Campingplatz: 23.574167, 58.118333 (Wadi Al Khoud)
  • Ausrüstung/Kleidung: lange Hose und langärmeliges Shirt sowie Schal zum bedecken der Haare für Frauen beim Besuch der Moschee

Unser letzter Tag mit unserem Auto ist angebrochen bevor wir es morgen wieder zurückbringen und uns dann für 3 Tage im schönen Shangri-La Hotel entspannen.

Große Sultan Qaboos Moschee

Es ist Donnerstag und ich habe unsere Oman Rundreise extra so geplant, dass wir heute die berühmte Große Sultan Qaboos Moschee besichtigen. Eigentlich wollten wir uns Muscat und die Moschee gleich zu Beginn unseres Roadtrips ansehen. Da wir aber an einem Freitag gestartet sind und die Moschee an diesem Tag für Nicht-Muslime geschlossen ist, war das leider nicht möglich.
Für die Moschee habe ich eine lange Hose und einen Pulli angezogen und mir meinen Schal um den Kopf gewickelt. Anders als zum Beispiel in der Sheikh Zayed Moschee in Abu Dhabi darfst du hier als weibliche Besucherin das Gotteshaus in westlicher Kleidung besuchen, solang diese den Vorschriften entspricht.

Die Moschee ist riesig und es gibt unzählige schöne Ecken zu entdecken. Als wir den Hauptgebetsraum betreten, erwartet uns unter einem meterhohen Kronleuchter der zweitgrößte handgeknüpfte Teppich der Welt. Unfassbar, dass 600 Frauen vier Jahre lang an diesem Teppich gearbeitet haben. Was ich auch liebe sind die Mosaike, die in den Gängen angebracht wurden und die Farbe des Steins, in dem sie gebaut wurde.
Muscat versteht es seine Traditionen neu zu interpretieren und moderne Gebäude, wie die Große Sultan Qaboos Moschee, in traditionelle Formen zu verpacken und mit heimischen Baumaterialien zu arbeiten.

Royal Opera House Muscat

Ähnlich dem Stil der Moschee ist auch das Royal Opera House Muscat, das wir als nächstes besichtigen. Mit ihren unterschiedlichen Gebäudeteilen erinnert die Oper ein bisschen an eine Festung – an eine Festung in einer typischen Stadt im Oman, denn vor der Oper erstreckt sich ein wunderschöner Park mit vielen bunten Blumen.

Vom ganzen Sightseeing haben wir Lust auf Eis bekommen. Schließlich verbringen wir schon eine Woche unter diesen warmen Temperaturen und haben noch gar kein Eis genascht. Wir folgen also dem Rat unseres Reiseführers und fahren zu Ice Cream Mama nach Qurum. Während Josef sich ein recht normales KitKat-Eis bestellt, gönne ich mir zur Abwechslung mal etwas richtig Ausgefallenes – nämlich ein Eis aus Leban, dem säuerlichen Omanischen Joghurt. Zugegeben, es schmeckt etwas gewöhnungsbedürftig, aber ich liebe Leban, Ayran und alles, was so ähnlich schmeckt.

Nach ein bisschen Rumcruisen in der Stadt und im wohl schönsten Wohnviertel Muscats, in The Wave, fahren wir zum letzten Campingplatz unserer Rundreise, nach Wadi Al Khoud.


Tag 8-10: Shangri-La Barr al Jissah

Der einzige Stopp, der heute noch ansteht, ist das Auto zurückbringen und dann gehts ab ins Hotel.

Für die Fahrt zum Hotel haben wir uns übrigens die Otaxi App, das Uber des Oman, heruntergeladen. Die Preise sind gegenüber herkömmlichen Taxis viel geringer. Für die 45-minütige Fahrt von Nomadtours bis zum Hotel haben wir in etwa 8 OMR (also rund 20 Euro) bezahlt.

Nach einer Woche Camping freue ich mich schon auf ein bisschen Relaxen im Shangri-La. In einer Privatbucht gelegen hat der Hotelkomplex, der eigentlich aus drei verschiedenen Hotels besteht, eine einzigartige Lage. Zwischen dem Al Waha (unserem Hotel) und dem Al Bandar führt ein Lazy River – der Ort, an dem ich mich die nächsten Tage mit dem Reifen treiben lasse.

Das Tolle an unserem Hotel ist aber nicht nur der lange Sandstrand und der Lazy River, sondern auch, dass wir die Pools und Anlagen des Al Waha und des Al Bandar Hotels nutzen dürfen – perfekt für eine Wasserratte wie mich.

Die 5 schönsten Hotels, in denen ich je war | Digitale Nomadin
Von Dubai bis Bali, von der Wüste bis in den Dschungel – das sind die 5 schönsten Hotels, in denen ich je war! Welche das sind, erfährst du hier!

Oman Rundreise Zusammenfassung

Tag Route Sehenswürdigkeiten Campingplatz Kilometer & Fahrzeit
1 Muscat – Jebel Akhdar Birkat Al Mouz, Jebel Akhdar 23.1227337, 57.6119102 ~175 km, ~2:30 h
2 Jebel Akhdar – Jebel Shams Nizwa, Misfat Al Abriyeen 23.2077778, 57.147222 ~150 km, ~2:40 h
3 Jebel Shams – Wahbia Sands Jebel Shams 22.408889, 58.808333 ~300 km, ~5:00 h
4 Wahbia Sands – Qalhat Beach Wüste, Wadi Bani Khalid, Sur 22.703889, 59.377500 ~220 km, ~3:50 h
5 Qalhat Beach – Fins Beach Wadi Shab 22.891111, 59.222222 ~40 km, ~0:45 h
6 Fins Beach – Yiti Beach Bimmah Sinkhole, Matrah 23.532222, 58.681389 ~200 km, ~3:15 h
7 Yiti Beach – Wadi Al Khoud Muscat 23.574167, 58.118333 ~110 km, ~2:00 h

Oman Sicherheit

Als ich vor unserer Reise meinen Freunden und Bekannten erzählt habe, dass wir im Oman Urlaub machen, wurde ich oft gefragt, ob das denn sicher ist. Die Antwort darauf ist einfach: Ja, ist es. Tatsächlich ist der Oman sogar eines der sichersten Reiseziele der Welt.

Bereits am Hinflug wurde uns gesagt Bevor euch im Oman jemand etwas stiehlt, schenkt er euch etwas. und das trifft allemal zu. Omani sind ein unglaublich freundliches, hilfsbereites und offenes Volk. Während unserer 10-tägigen Reise hatten wir kein einziges negatives Erlebnis. Im Gegenteil, egal wo wir gecampt haben, Einheimische haben uns überall herzlich aufgenommen.


Oman Reisezeit

Die beste Reisezeit für den Oman ist von November bis April, denn in diesen Monaten ist das Wetter gemäßigt und die Temperaturen sind noch nicht allzu hoch.

Wir waren im Februar bei angenehmen 26°C im Oman – die perfekten Temperaturen, um den kalten Winter in Europa hinter sich zu lassen und ein wenig Sonne zu tanken. Das Wetter im Oman belohnte uns täglich mit strahlendem Sonnenschein. Dennoch solltest du wissen, dass es aufgrund von heftigen Regenfällen durchaus auch zu Sturzfluten kommen kann. Überprüfe daher immer den Wetterbericht und campe niemals in einem Wadi.

Jan. Feb. März April Mai Juni Juli Aug. Sep. Okt. Nov. Dez.
Max. in °C 26 26 30 35 40 40 39 36 36 35 31 27
Min. in °C 17 18 21 25 29 31 30 28 28 25 21 19


Visum Oman

Österreicher, Deutsche und Schweizer benötigen für den Oman ein Visum. Das kann sowohl on arrival als auch bereits vor der Reise online beantragt werden.

Kosten in OMR Kosten in €
10 Tage 5 OMR ~12 €
30 Tage 20 OMR ~48 €

Wir haben für unseren Oman Urlaub bereits im vorhinein ein 10 Tage Touristenvisum beantragt. Die Einreise damit ging ganz schnell und unkompliziert.

Solltest du länger im Oman bleiben wollen, kannst du dein Visum verlängern (10 Tage für 5 OMR). Wenn du das allerdings nicht tust und trotzdem länger bleibst, musst du pro überzogenem Tag 10 OMR Strafe zahlen.


Packliste

Ich habe mir lange Gedanken darüber gemacht, was ich zum Anziehen mitnehmen soll. Aus Rücksicht auf die Landeskultur ist es wichtig Knie und Schultern zu bedecken, daher habe ich lange Hosen und Röcke mitgenommen sowie zwei Leggins und Sport-Shirts zum Schwimmen und ein paar kurzärmelige T-Shirts. Wichtig ist auch, dass du eine warme Weste einpackst, da es beim Camping am Abend kühl werden kann.

Neben der richtigen Kleidung solltest du diese Dinge für deine Oman Rundreise auch unbedingt einpacken:

Noch mehr nützliche Reise-Gadgets findest du hier!

Wir reisen übrigens meistens nur mit Handgepäck. Mit dem richtigen Rucksack funktioniert das auch super und erspart uns einiges an Zeit und Geld. Auch dieses Mal waren wir wieder mit Handgepäck unterwegs. Bei Pegasus, der Fluglinie, mit der wir in den Oman geflogen sind, sind 8 kg Handgepäck erlaubt plus eine Hand- oder Laptoptasche mit maximal 3 kg.

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Kosten

Nach 10 unvergesslichen Tagen im Oman ist der Tag der Abrechnung gekommen. Für unsere Reise kommen wir auf Gesamtkosten von rund 1.350 € pro Person.

Eine genaue Auflistung unserer Kosten habe ich hier für dich zusammengestellt:

Kosten
Flüge 608 €
Unterkünfte 580 €
Mietwagen 670 €
Campingausrüstung (Miete) 360 €
SIM-Karte und mobile Daten 24 €
Lebensmittel 110 €
Tanken 80 €
Taxi 60 €
Restaurants & Sonstiges 200 €
Summe für 2 Personen 2.692 €
Kreditkarte fürs Ausland: Das ist die Beste 2020 | Digitale Nomadin
Die perfekte Kreditkarte. Gibt es die überhaupt? Ich danke ja und trage sie seither tagtäglich in meiner Geldbörse. Sie begleitet mich auf alle meine Reisen in alle möglichen Länder dieser Welt und kostet genau 0€.

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