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Unsere Reise am exakt anderen Ende der Welt beginnt auf Neuseelands Südinsel, genauer gesagt in Queenstown. Für die nächsten Tage haben wir uns viel vorgenommen. Insgesamt werden wir mit unserem Campervan an die 1.700 Kilometer zurücklegen und von unendlichen Tälern, in denen tausende Schafe weiden, bis hin zu schneebedeckten Bergen, die fast senkrecht aus dem Fjord ragen, alles entdecken, was Neuseelands Südinsel zu bieten hat.

Tag Strecke km Dauer
1 Queenstown, Arrowtown, Te Anau 250 km 3 h
2 Milford Sound 110 km 1 h 50 min
3 Lake Gunn, Mirror Lakes, Nugget Point, Roaring Bay 363 km 4 h 45 min
4 Dunedin 162 km 2 h 30 min
5 Dunedin 52 km 1 h
6 Boulders Beach, Oamaru 97 km 1 h 20 min
7 Elephant Rocks, Lake Pukaki, Mount Cook 276 km 3 h 30 min
8 Lake Tekapo, Christchurch 280 km 3 h 40 min
9 Christchurch, Corsair Bay, New Brighton 39 km 1 h

Bevor wir unseren Camper mieten und uns auf unseren Neuseeland Südinsel Trip begeben, verbringen wir aber ein paar Tage in Queenstown. Queenstown ist die wohl Action-reichste Stadt der Welt, von Bungee Jumping bis hin zu Skydiving kann man alles machen. Es lohnt sich also für Queenstown zwei, drei Tage einzuplanen. Im freien Fall zu sein ist dann doch zu aufregend. Wir entscheiden uns für eine Fahrt mit dem Jetboot über den See und wandern auf den Hausberg der Stadt, von wo aus man einen wunderbaren Blick über den See und die Berge genießen kann.

Queenstown von oben

Unsere Unterkunft in Queenstown ist das moderne und zentral gelegene Kapsel-Hotel Jucy Snooze, das ich wirklich empfehlen kann. Für alle, denen es in der Kapsel zu eng ist, keine Sorge, es gibt auch normale Zimmer.

Tipp: Hol dir noch vor Abfahrt den DOC Camper-Pass. Dieser kostet 50 NZD (etwa 30 EUR) und ihr könnt zu Zweit auf jedem DOC Campingplatz des Landes insgesamt sieben Nächte campen. Das macht sich schon nach der zweiten Nacht bezahlt.


Tag 1: Te Anau

Highlights: eine Stadt aus den 1860ern, 1.600 Meter hohe Berge

Wir haben unseren Camper bezogen und es kann auch schon losgehen. Bevor wir aber Richtung Te Anau und Fiordland Nationalpark fahren, machen wir noch einen Abstecher in die historische Stadt Arrowtown. Arrowtown ist ein nettes kleines Städtchen, das seine Blütezeit während des Goldrausches hatte. Auch heute kann man mit etwas Glück in den Flüssen rund um Arrowtown noch manchmal Gold finden.

Wir sind zwar erst seit ein paar Kilometern unterwegs, aber Neuseelands Südinsel beeindruckt uns schon jetzt. Unsere Straße schlängelt sich entlang eines endlos scheinenden Sees, rechts von uns das blitzblaue Wasser, links von uns die Klippe. Diese Route macht der Great Ocean Road in Australien definitiv Konkurrenz.

Tipp: Vor der Fahrt in den Milford Sound sollte der Tank deines Campers auf keinen Fall leer sein, den nach Te Anau gibt es nur noch ganz selten eine Notfall-Tankstelle. In Mossburn vor Te Anau kannst du nochmal günstig tanken.

Angekommen in Te Anau erwartet uns schon der nächste große See auf Neuseelands Südinsel, entlang dessen eine schöne Promenade zum Spazierengehen einlädt. Wir machen eine kurze Pause und flanieren durch den Ort bevor wir uns auf den Weg zu unserer Campsite mitten im Fiordland Nationalpark machen.

Zwischenstopps:

  • Arrowtown
  • Te Anau

Camping: Mackay Creek Campsite

  • DOC Campingplatz
  • Blick auf die Berge und das Tal voller Lupinen

Tag 2: Milford Sound

Highlights: Schifffahrt durch den Fjord, Seelöwen und Delfine

Ich checke vor jeder Reise den Wetterbericht, aber für unseren Ausflug in den Fjord ist mir Sonnenschein besonders wichtig. Laut Wetterbericht soll es heute wolkenlosen Himmel und 26°C haben. Das ist bei fast 7.000 Millimeter Niederschlag im Jahr ein wahrer Glücksfall.

Tipp: Die meisten Touristenbusse sind zwischen 10 und 12 Uhr von Te Anau in Richtung Milford Sound unterwegs. Mach dich also am besten schon vorher auf den Weg.

Der Milford Sound gilt als eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Neuseelands und das nicht ganz ohne Grund. Nach einer wunderschönen Fahrt durch die schneebedeckten Berge, endet der State Highway 94 am Fjord, an dem über 1.600 Meter hohe Berge aus dem Wasser ragen. Wir machen eine Schifffahrt durch den Fjord, auf der wir nicht nur tosende Wasserfälle erleben, sondern auch Seelöwen und Delfine in freier Wildbahn beobachten.
Nach einem tollen Tag mit Bootsfahrt und Wanderung im Fjord - eines meiner Highlights auf Neuseelands Südinsel - machen wir uns auf dem Weg zurück zum Parkplatz, auf dem unser Camper eines der letzten Autos ist.

Tipp: Buche deine Cruise durch den Milford Sound auf bookme.co.nz. Dort kannst du tolle Rabatte bekommen.

Zwischenstopps:

  • Milford Sound
  • The Chasm

Camping: Cascade Creek Campsite

  • DOC Campingplatz
  • Blick auf die Berge und das Tal voller Lupinen

Tag 3: The Catlins

Highlights: Ausblick auf den Pazifik, Seelöwen Familie und Pinguin

Mindestens genauso atemberaubend wie der Milford Sound ist der Weg hin beziehungsweise zurück. Wir haben uns ja nicht umsonst zwei Tage für den wunderschönen Fiordland Nationalpark Zeit genommen.
Den heutigen Tag beginnen wir mit einem sonnigen Frühstück am Campingplatz neben dem rauschenden Bach, umgeben von unzähligen Lupinen. Einer meiner Lieblings-Zwischenstopps im Nationalpark sind die Mirror Lakes. In den kleinen Seen spiegeln sich bei so tollem Wetter wie heute die Berge besonders gut. Nach unserem kleinen Spaziergang an den Seen entlang, geht es auch schon weiter, denn wir haben heute noch eine lange Strecke bis ans andere Ende von Neuseelands Südinsel vor uns.

Über vier Stunden Autofahrt später, sind wir fast da. Es fehlen nur noch ein paar Kilometer über eine kurvige, enge Straße bis zum Nugget Point, wo uns an der felsigen Spitze ein Leuchtturm erwartet. Wir blicken hinaus aufs Meer und können fast gar nicht glauben, dass das Nächste in diese Richtung Südamerika ist. Als wir vom Leuchtturm zurück zum Camper gehen, hören wir fröhliches Quieken - eine Seelöwen-Familie! Gut getarnt liegen die älteren Tiere auf den Felsen während die Jungtiere im Wasser spielen. Umso länger wir hinunterschauen, desto mehr Seelöwen entdecken wir. Man muss wirklich genau hinschauen, um die braun-grauen Meeressäuger zu finden.

Etwas hinter dem Nugget Point liegt Roaring Bay. Roaring Point ist eine Bucht auf Neuseelands Südinsel, in der einige Gelbaugenpinguine ihr Zuhause haben. Die größten Chancen Pinguine zu sehen, hat man rund zwei Stunden vor Sonnenuntergang, wenn sie nach einem langen Tag im Meer zurück an Land zu ihrer Familie kommen. Wir warten ungefähr eine halbe Stunde bis plötzlich ein kleiner Anzugträger am Strand steht, sich sorgfältig putzt und mit seinem Schwänzchen wackelt.

Tipp: Sei geduldig, wenn du am Roaring Bay auf Pinguine wartest. Früher oder später wird ein kleiner Freund auftauchen und an Land watscheln.

Tag 4: Dunedin

Highlights: Bahnhof von Dunedin

Der Campingplatz, an dem wir heute übernachtet haben, ist einmalig. Mit Blick auf Strand, Meer und Klippen - so könnte ich jeden Tag aufwachen. Nach einem kurzen Abstecher zu den Purakaunui Wasserfällen in der Nähe unserer Campsite, machen wir uns auf den Weg nach Dunedin, der siebtgrößten Stadt des Landes und der zweitgrößten auf Neuseelands Südinsel.

Das Stadtzentrum von Dunedin ist voll von schönen, alten Gebäuden. Eines von ihnen sticht aber dennoch hervor: der Bahnhof aus dunklem Basalt. Direkt neben dem mittlerweile stillgelegten Bahnhof befindet sich das Otago Siedler-Museum, wo man über die Maori und die europäischen Einwanderer lernen kann.

Bahnhof von Dunedin

Zwischenstopps:

  • Purakaunui Falls
  • Dunedin
  • Otago Peninsula

Camping: Warrington Reserve

  • Kostenloser Campingplatz
  • Nahe dem Strand

Tag 5: Dunedin

Highlights: Spa-Tag in Dunedin

Oh nein, irgendwann musste er ja kommen, der Regen. Leider ist für heute schlechtes Wetter angesagt, aber das macht uns nichts. Wir nutzen den Tag einfach anders und gönnen uns eine Auszeit im Schwimmbad von Dunedin.

Zwischenstopps:

  • Dunedin

Camping: Warrington Reserve

  • Kostenloser Campingplatz
  • Nahe dem Strand

Tag 6: Oamaru

Highlights: Pinguin-Beobachtung

Rund 100 Kilometer nördlich von Dunedin liegt Oamaru. Vor unserem Neuseeland Roadtrip wussten wir nicht, was wir von dieser Stadt, von der wir zuvor noch nie etwas gehört haben, erwarten sollten. Aber Oamaru überrascht uns mit einer lebendigen Innenstadt mit vielen viktorianischen Gebäuden und ein schöner herausgeputzten alten Hafenanlage voller hipper Cafés und schmucken Läden.

In Oamaru gibt es zwei Pinguin-Kolonien, Zwergpinguine und Gelbaugenpinguine. Die nicht scheuen Zwergpinguine kann man im Pinguin-Zentrum gegen Eintritt bei ihrer Abendroutine beobachten. Für die Gelbaugenpinguine steht am anderen Ende der Landspitze eine Schutzhütte zur Verfügung, von der aus man auf die Bucht, die sie ihr Zuhause nennen, sehen kann. Noch immer glücklich von unserer ersten Pinguin-Beobachtung, nutzen wir die Gelegenheit auch in Oamaru Gelbaugenpinguine zu sehen. Rund drei Stunden vor Sonnenuntergang machen wir uns auf den Weg zur Hütte. Diesmal müssen wir zwar länger warten, sehen dafür aber drei Pinguine und ein paar überraschenderweise auch richtig nahe.
Eine Die Abendroutine der Pinguine ist definitiv eine der schönsten Naturschauspiele auf Neuseelands Südinsel.

Zwischenstopps:

  • Boulders Beach
  • Oamaru

Camping: Eden St Parking

  • Freedom Campingplatz (von 18:00 bis 8:00 Uhr)
  • Nahe des Stadtzentrums von Oamaru

Tag 7: Mount Cook

Highlights: Blick über Lake Pukaki auf den über 3.700 Meter hohen Mount Cook, Gletscher

Heute machen wir uns schon früh auf den Weg und fahren über die Elephant Rocks, Elefanten-große Steine inmitten einer Schafweide, zum Pukaki See. Der Lake Pukaki ist ein Stausee des Waitaki Rivers mit unglaublich blauer Farbe. Wir stehen am Aussichtspunkt und blicken über den See. Am anderen Ende blitzt der weiße Schnee des Mount Cook zwischen den Wolken hervor, aber leider verschwindet der Gipfel des höchsten Bergs Neuseelands in der Wolkendecke.

Wir haben gehört, eine Fahrt zum Mount Cook lohnt sich nur bei klarer Sicht. Heute ist es bewölkt und ab und an scheint ein wenig die Sonne. Wir wollen dennoch unser Glück versuchen und machen uns auf den Weg zum 3.724 Meter hohen Mount Cook, oder wie die Maori sagen Aoraki. Im Mount Cook Village angekommen, heben sich die Wolken nur langsam. Wir unternehmen eine Wanderung zum Gletscher. Auch, wenn wir den Aoraki nicht sehen können, der Ausflug hat sich gelohnt und wir können dennoch tolle Ausblicke genießen.

Zwischenstopps:

  • Elephant Rocks
  • Maori Rock Drawings
  • Lake Pukaki
  • Mount Cook Village

Camping: Lake Poaka

  • Kostenloser DOC Campingplatz
  • Direkt am Lake Poaka

Tag 8: Lake Tekapo

Highlights: Kajakfahren am Lake Tekapo

Wir haben am Campingplatz am Lake Poaka übernachtet. Als wir aufwachen, ist es bereits warm in unserem Camper. Die Sonne scheint. Wir beschließen unser Frühstück zum Aussichtspunkt am Lake Pukaki, an dem wir gestern schon waren zu verlegen. Vielleicht sehen wir den Mount Cook ja heute. Und tatsächlich, diesmal schweben die Wolken zwischen dem See und dem Berg und wir können die Spitze des Aoraki sehen!

Eine halbe Stunde Autofahrt entfernt liegt ein weiterer See, der Lake Tekapo. Im Gegensatz zum Lake Pukaki kann man am Tekapo See Standup paddeln und Kajak fahren. Nachdem ich noch nie Kajak gefahren bin und das in Neuseeland unbedingt ausprobieren wollte, leihen wir uns am Ufer des Sees zwei Boote und paddeln über den See. Es macht richtig Spaß. Das ist bestimmt nicht mein letztes Mal in einem Kajak.

Kajak fahren am Lake Pukaki

Nach unserer Paddeltour besuchen wir noch die kleine Kirche in Tekapo bevor wir uns auf den Weg Richtung Christchurch machen. Es ist gerade einmal Mittag. Wir haben also noch reichlich Zeit. Als wir die Berge überwunden haben, dehnen sich vor uns unendliche Weiten aus und wir sehen wie flach Neuseelands Südinsel sein kann. Kilometerweit führt dir Straße ohne irgendeine Kurve geradeaus bis wir schließlich in Christchurch landen.

Christchurch wurde 2010 und 2011 von zwei starken Erdbeben getroffen und schwer zerstört. Das Stadtbild hat sich von einer Minute auf die andere verändert. Noch heute, rund acht Jahre später, erkennen wir, welches Unglück hier geschehen ist. Die Stadt ist anders als andere Städte. Es gibt viele neue Gebäude, der Kirche fehlt nach wie vor der Turm und zwischendrin finden sich unglaublich viele Parkplätze auf Grundstücken, auf denen früher einmal Gebäude standen.
Wir spazieren durch den botanischen Garten und lassen uns es uns in der Little High Eatery schmecken bevor wir die letzte Nacht in unserem Campervan antreten.

Zwischenstopps:

  • Lake Tekapo
  • Christchurch

Camping: Freedom Camping außerhalb des Stadtzentrums von Christchurch

  • Freedom Camping

Tag 9: Christchurch

Highlights: Wochenendmarkt in New Brighton

An unserem letzten Tag unseres Roadtrips über Neuseelands Südinsel machen wir einen Ausflug in den Südwesten der Stadt. Zuerst fahren wir über Lyttelton nach Corsair Bay, einer kleinen Bucht am Fuße der Akaroa Halbinsel. Das Wasser ist kühl und die meisten schwimmen im Neoprenanzug. Wir aber genießen das Meer nur vom Ufer aus.

Bevor wir unseren geliebten Camper zurückbringen fahren wir noch nach New Brighton, wo es einen schönen Strand und einen 300 Meter langen Pier gibt. Wir spazieren durch den Wochenendmarkt im Zentrum und kaufen uns eine Bratwurstsemmel und ein paar Vanillekipferl, um in Weihnachtsstimmung zu kommen.

Zwischenstopps:

  • Corsair Bay
  • The Tannery in Woolston
  • New Brighton

Nicht unweit vom Flughafen und unserer Camper-Rückgabestation liegt das Jucy Snooze Christchurch, wo wir übernachten. Wir haben wirklich Gefallen an Kapsel-Hotels gefunden und das Jucy hat einen wirklich tollen Gemeinschaftsbereich.

Nach neun Tagen im Camper, denke ich Neuseelands Südinsel lässt sich so am besten erkunden. Ich liebe die Flexibilität und die Nähe zur Natur.


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