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Nach unserem unbeschreiblich schönen Roadtrip auf der Südinsel ist es nun an der Zeit Neuseelands Nordinsel zu erkunden, denn die Landschaft hat einiges zu bieten: Wasserfälle, geothermale Parks, Thermalbäder, Strände und vieles mehr.

Nachdem wir lange recherchiert haben, welche Route die wohl beste für uns ist, mieten wir uns für eine Woche ein Auto bei Ezi. Wir starten unseren Trip auf Neuseelands Nordinsel in Auckland, definitiv eine meiner Lieblingsstädte, und das steht vor uns:

Tag Strecke km Dauer
1 Auckland - Hamilton - Waitomo 200 km 2:50 h
2 Waitomo - Taupo - Huka Falls 155 km 2:10 h
3 Huka Falls - Wai-O-Tapu - Waikite Valley 55 km 0:45 h
4 Waikite Valley - Rotorua 35 km 0:35 h
5 Rotorua - Putaruru - Matamata - Karangahake - Hikuai 220 km 3:00 h
6 Hikuai - Hot Water Beach - Cathedral Cove - Hikuai 95 km 1:40 h
7 Hikuai - Piha Beach - Karekare - Auckland 225 km 3:40 h

Neuseeland Karte: Nordinsel

Fast 1.000 Kilometer quer über Neuseelands Nordinsel liegen vor uns – ich freue mich schon auf unser Abenteuer.

Neuseeland Karte: Nordinsel

Wetter: Neuseeland Nordinsel

Das Wetter auf Neuseelands Nordinsel ist angenehm. Im Sommer, also von Dezember bis Februar, liegen die Temperaturen zwischen 12 und 25°C.

Frühling Sommer Herbst Winter
Monate Sep., Okt., Nov. Dez., Jan., Feb. März, April, Mai Juni, Juli, Aug.
Min. Temperatur in °C 7 12 9 4
Max. Temperatur in °C 19 25 21 16

Tag 1: Hamilton

Highlights: Hamilton Gardens

Wir unseren kleinen roten Flitzer bekommen. Unser Roadtrip über Neuseelands Nordinsel kann also losgehen. Da wir noch unsere Camping-Ausrüstung und etwas Proviant kaufen müssen, haben wir für heute nicht allzuviel am Programm.
Nachdem wir unser Auto ziemlich gut mit Schlafsäcken und ganz vielen anderen Dingen vollgepackt haben, fahren wir Richtung Hamilton, die viertgrößte Stadt Neuseelands.

In Hamilton angekommen, wollen wir die berühmten Hamilton Gardens besuchen. Während unserer Reise waren wir bereits in einigen Parks und botanischen Gärten, aber die Hamilton Gardens sind wirklich einzigartig. Man betritt ein Labyrinth, in dem sich hinter jedem Ausgang ein anderer wunderschöner Garten befindet. In nur kurzer Zeit kann man beispielsweise die Gärten Japans, Chinas, Italiens, Englands und Amerikas entdecken.

Nach unserem Ausflug in die Gärten der Welt fahren wir noch rund eine Stunde weiter nach Süden, wo wir nach der Waitomo Glowworm Caves übernachten.


Tag 2: Waitomo Caves & Taupo

Highlights: Waitomo Glowworm Cave, Huka Falls, Maori Rock Carvings, Schwimmen im Lake Taupo

Wir beginnen den heutigen Tag ganz nach dem Motto Der frühe Vogel fängt den Glühwurm. Bereits im Vorhinein haben wir uns für den heutigen Morgen eine Tour durch die Glühwürmchen-Höhle in Waitomo gebucht. Rund um Waitomo gibt es drei Höhlen, die man - nur mit einer geführten Tour - besuchen kann. Da wir aber unbedingt die kleinen leuchtenden Würmer sehen wollten, haben wir uns für die 45-minütige Waitomo Glowworm Tour entschieden.

Tipp: Plane deinen Besuch der Waitomo Caves vor 10:00 Uhr, um die Touristenmassen zu vermeiden!

Nachdem wir die Höhle betreten müssen wir erstmal unsere Köpfe einziehen und einige Meter bergab gehen. Am Weg sehen wir einige Tropfsteine und die vielen Verzweigungen der unterirdischen Welt. Um die Glühwürmer richtig gut leuchten zu sehen und sie nicht zu stören, muss es absolut finster sein. Wir begeben uns in den hinteren Teil der Höhle, wo wir die klebrigen Schimmerfäden der Würmer, mit denen sie ihre Beute fangen, hängen sehen. Wir marschieren weiter und enden am unterirdischen Fluss, wo wir ein Boot durch die dunkle, nur von Glühwürmchen beleuchtete Höhle Richtung draußen nehmen. Wirklich einzigartig, zumindest fast, denn solche Glühwürmer gibt es sonst nur in Australien.

Nach unserem morgendlichen Wow-Moment machen wir und auf den Weg nach Taupo. In und rund um Taupo gibt es vieles, was man unternehmen kann. Wir fahren zuerst zu den mächtigen Huka Falls, wo zwischen 50.000 und 319.000 Liter Wasser pro Sekunde durch die Schlucht schießen.

Nicht unweit vom Wasserfall auf der anderen Uferseite des Waikato Rivers gelegen, gibt es einen Hot Pool. Ein heißer Bach fließt dort in den kühlen Fluss und erzeugt so ein natürliches Spa. So schnell wie ich diese Thermalquelle auf Google Maps entdeckt habe, so schnell bin ich auch schon im warmen Wasser zu finden.

Taupo selbst überrascht und mit unglaublich vielen Restaurants und Cafés. Nach einem kurzen Spaziergang begeben wir uns an den Hafen, denn für heute Abend haben wir einen kleinen Segeltörn zu den Maori Rock Carvings gebucht.

Die Maori Rock Carvings (Mine Bay) sind Steinmetzarbeiten aus den 1970ern eines Nachkommen des ersten Maori-Stammesführer direkt in den Fels. Das Bildnis eines tätowierten Gesichts ragt direkt aus dem See, weswegen man es auch nur via Boot besichtigen kann. Und wenn wir schonmal am See sind, nutze ich auch gleich die Gelegenheit mir das moderne Kunstwerk nicht nur vom Boot, sondern auch vom Wasser aus anzusehen. Eines muss man sagen: Der See ist definitiv erfrischender als die Thermalquelle.


Tag 3: Wai-O-Tapu & Waikite Valley

Highlights: geothermaler Park Wai-O-Tapu, thermale Pools Waikite Valley

Für uns geht's heute auf Neuseelands Nordinsel weiter Richtung Norden. Zwischen Taupo und Rotorua gibt es einige geothermale Parks. Ich musste wirklich lange recherchieren, um herauszufinden was die Unterschiede sind und welchen wir besuchen sollen. Schließlich haben wir uns für den bunten Wai-O-Tapu Park entschieden. Mehr oder weniger durch Zufall kommen wir um kurz vor 10:00 Uhr am Park an und erfahren, dass der Geysir nur einmal täglich spuckt. Der Grund dafür ist, dass der Geysir mit Hilfe von Seife künstlich zum Ausbruch gebracht wird, um eine unkontrollierte Explosion zu vermeiden. Wir beeilen uns also und schaffen es zum Glück noch rechtzeitig beim Spektakel zu sein.

Tipp: Du solltest unbedingt um 10:15 beim Lady Knox Geysir sein, denn dieser bricht nur nur 1x am Tag aus!

Nach diesem beeindruckenden Start wandern wir durch den Park. Wai-O-Tapu ist der bunteste von allen geothermalen Stätten in Neuseeland. Gelb, Rot, Blau, Braun, Neongelb - all diese Farben gibt es zu sehen.

Nur wenige Kilometer von Wai-O-Tapu entfernt liegt das Thermalbad Waikite Valley. Sechs verschiedene Pools zwischen 35°C und 40°C laden zum Verweilen ein. An so einem warem Tag wie heute weiß man die Thermalquellen ist es aber gar nicht so einfach für längere Zeit in dem heißen Wasser zu sitzen. Das Gute ist aber, dass wir bis zum Abend hin im Pool sein können, denn die Therme besitzt auch einen Campingplatz. Für Camper kostet die Übernachtung inklusive Thermeneintritt nur 24 N$ (regulärer Pool-Eintritt: 18 N$).


Tag 4: Rotorua

Highlights: Redwood Tree Forest, Kuirau Park

Was gibt es Schöneres als nach einer kühlen Nacht im Zelt in einen warmen Pool zu gehen? Der Campingplatz in Waikite Valley ist wirklich einer der besten, an denen wir je waren, denn Camper dürfen bereits vor den Öffnungszeiten ab 7:00 Uhr morgens die Therme nutzen.

Nach unserem wärmenden Start in den Tag begeben wir uns nach Rotorua. Rotorua liegt mitten in einem geothermalen Zentrum. Selbst der Park in der Stadt ist kein gewöhnlicher. Überall im Kuirau Park blubbert und dampft es.

Ein zweites Highlight in Rotorua ist der Redwood Forest. Wie Ameisen spazieren wir durch den Wald, denn die Sequoia-Bäume (Riesenmammutbäume) rund um uns sind so unbeschreiblich hoch und ihre Stämme meterdick. Erst wenn man seinen Blick hebt, merkt man wie klein man eigentlich ist.


Tag 5: Blue Springs & Karangahake

Highlights: Putaruru Blue Springs, Karangahake Windows Walk

Zum Glück haben wir die letzte Nacht in einem Bed&Breakfast und nicht in unserem Zelt verbracht. Es regnete in Strömen und da wären wir bestimmt nicht trocken geblieben.

Für heute haben wir zwei kleine Wanderungen am Programm. Auf unserem Neuseeland Nordinsel Roadtrip fahren wir zuerst zu den rund 50 Kilometer entfernten Blue Springs nahe Putaruru. Die Putaruru Blue Springs sind für ihr unglaublich klares Wasser bekannt und es ist wahr: Ich habe noch nie ein Gewässer gesehen, das klarer war. Wir wandern direkt neben dem Fluss. Die grünen Pflanzen bilden durch den leichten Strom der blau-schimmernden Quelle weiche, ineinander verschwimmende Formen.

Über die Hobbit-Stadt Matamata fahren wir weiter nach Karangahake. Dort wurde früher viel Gold abgebaut. Enge, weit verzweigte Tunnelsysteme zeugen von der Zeit des Goldrauschs. Heute kann man durch diese Tunnel wandern und von kleinen Fenstern den Blick auf die Schlucht und den Fluss genießen.

Tipp: Vergiss deine Taschenlampe nicht. In den Gängen der alten Goldmine ist es richtig dunkel.

Nach unserer aufregenden Wanderung fahren wir noch rund eine Stunde weiter zu unserem Campingplatz im Coromandel Nationalpark.


Tag 6: Hot Water Beach & Cathedral Cove

Highlights: Hot Water Beach, Cathedral Cove

Heute müssen wir früh raus, denn unser Neuseeland Nordinsel Trip führt uns heute zum Hot Water Beach und Ebbe ist für heute 7:00 Uhr morgens angesagt. Ausgerüstet mit einer kleinen Camping-Schaufel ist es nun an der Zeit, dass wir Löcher im Sand graben und schauen, ob wir eine heiße Quelle finden. Nach einem gescheiterten ersten Versuch graben wir unser zweites Loch. Warmes Wasser strömt aus dem Sand heraus. Es dauert ein bisschen bis unser selbstgemachter Pool so groß ist, dass wir uns hineinsetzen können, aber die Mühe lohnt sich. Es ist halb acht Uhr morgens und wir sitzen in unserem selbstgemachten Thermal-Pool am Strand.

Tipp: Checke vor deinem Besuch des Hot Water Beach unbedingt Ebbe und Flut, denn die heißen Pools kannst du nur während Ebbe schaufeln.

Nicht weit weg vom Hot Water Beach befindet sich die berühmte Cathedral Cove. Wir parken am Ortsrand von Hahei, von wo aus uns der Shuttle-Bus zum Eingang der Wanderung bringt. Nach rund 40 Minuten Fußmarsch gelangen wir an einen Strand, umgeben von hohen Sandstein-Felsen. Links von uns öffnet sich eine Höhle, Cathedral Cove. Sie ist viel größer als ich erwartet hätte und die Form der Felsen erinnern tatsächlich an eine gotische Kathedrale.


Tag 7: Piha Beach

Highlights: Piha Beach, Karekare Wasserfall

Der letzte Tag unserer Neuseeland Nordinsel Roadtrips ist angebrochen. Heute geht es für uns wieder zurück nach Auckland. Bevor wir unser Auto aber abgeben, wollen wir noch zum Piha Beach.

Die Fahrt zum Piha Beach ist abenteuerlich. Man hat das Gefühl, dass man durch den neuseeländischen Urwald fährt, zuerst enge, kurvenreiche Straßen bergauf, danach wieder bergab. In Piha angekommen erwartet und ein riesiger Felsen mitten am Strand. Die Form des Felsens erinnert an einen liegenden Löwen. Er wird also nicht zu unrecht Lion Rock genannt. Es ist wieder einmal Ebbe. Der Strand ist extrem breit und kilometerlang.

Nach einem kleinen Spaziergang und Mittagspause am Strand fahren wir weiter zum Karekare Wasserfall. Der Wasserfall beeindruckt uns mit seiner Höhe und seiner Mündung in einem wunderschönen, fast kreisrunden Becken.

Das war auch schon unser letzter Punkt unserer Neuseeland Nordinsel Rundreise. Von Karekare fahren wir zurück nach Auckland und müssen uns von unserem kleinen roten Flitzer verabschieden.

  • Strecke: 225 km
  • Fahrzeit: 3:40 h

Wie dir vielleicht aufgefallen ist, ist Wellington keine Destination unseres Roadtrips. Der Grund dafür ist, dass wir uns die charmante kleine Hauptstadt bereits vor unserer Reise nach Auckland angesehen haben. Von Wellington sind wir dann mit dem Intercity Sleeper-Bus über Nacht nach Auckland gefahren – eine gute und preiswerte Möglichkeit diese weite Strecke zurückzulegen.


Camping-Ausrüstung

Anders als bei unserem Südinsel-Roadtrip haben wir uns für Neuseelands Nordinsel keinen Campervan gemietet. Stattdessen haben wir uns ein Auto gemietet und Camping-Ausrüstung gekauft.

Hier unsere Liste an Camping-Gear, das wir gekauft haben:


Zu guter Letzt möchte ich meinen (Reise-)Partner Josef zitieren:
"Wenn jemand nur einmal in seinem Leben die Möglichkeit hat Urlaub zu machen und man mich fragen würde, welches Land er bereisen sollte, dann würde sagen: Reise nach Neuseeland. Dort hast du Berge wie in der Schweiz, Fjorde wie in Norwegen, Weingüter wie in der Toskana, geothermale Orte wie in Island und Strände wie in Australien."

Danke für die unglaublich schöne Zeit, geliebtes Neuseeland.


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