Reisen. Arbeiten. Leben.

Ein AirBnB mit Blick in den Dschungel. Infinity-Pool in die Wildnis. Das hört sich fantastisch an. Denn abgesehen vom Großstadtdschungel, war ich noch nie im Urwald. Und das Ganze zu einem Preis, zu dem ich in Österreich vermutlich nicht mal ein Bett in einem Hostel bekäme. Da fällt die Entscheidung nicht schwer: Gebucht!

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Aufgewacht im Paradies

Die erste Nacht haben wir etwas unruhig geschlafen. Das Zirpen der Grillen war von weit her zu hören, die Frösche quaken so laut sie konnten und das Wettkrähen der Hähne in der Nachbarschaft dauerte die ganze Nacht an. Eine wunderschöne, aber etwas ungewohnte Abwechslung zur Großstadt, in der hauptsächlich den Lärm der tausenden Mopeds zu hören war.

Doch egal wie schlecht wir geschlafen haben, am Morgen sind wir im Paradies aufgewacht. Umgeben von Bananen- und Papayabäumen, Kokospalmen und Schmetterlingen, die größer als meine Handfläche sind, frühstückten wir unsere Smoothie Bowls und lauschten den Tieren, die noch immer keine Anzeichen von Müdigkeit zeigten.

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Wenn Dschungel draufsteht, ist Dschungel drin

An die kleinen Eidechsen, die vor allem Abends einen Besuch abstatten und uns vor Mückenstichen bewahren wollten, habe ich mich nach ein paar Tagen schon fast gewöhnt. Doch zurück im Zimmer angekommen, sitzt ein 30 cm langes Gecko an der Wand. Well, hello, new roommate. Was für eine Überraschung! Aber wir waren vermutlich nicht die freundlichsten Zimmerkollegen, denn irgendwann ist es auch wieder in seinem Loch in der Strohdecke verschwunden.

"Ich geh nochmal schnell ins Bad.", sagte ich zu Josef kurz vor dem Schlafen Gehen. Und so schnell ich im Bad drin war, war ich auch wieder draußen. Oder wie würdet ihr reagieren, wenn ihr am Klo sitzt und euch eine Schlange von der gegenüberliegenden Dusche in die Augen schaut?
Rausgelaufen, die Badtüre geschlossen und kurz besprochen, stand fest: Wir können uns unser Bad nicht mit einer Schlange teilen. Als wir den Vermieter des AirBnBs informierten, schien der von unserem Fund recht unbeeindruckt zu sein. Ich fragte mich: Kommt so etwas öfter vor? Vorsichtig schubste er die Schlange in einen Kübel und brachte sie zurück in den Dschungel. Gute Nacht!

Wie sich herausgestellt hat, handelte es sich bei der daumendicken und ca. 50 cm langen braunen Schlange um eine ungiftige Reisfeldschlange, die gerne Eidechsen zum Abendessen verspeist. Sie ist vermutlich durch den Abfluss in der Dusche in unser Bad gelangt und dachte dort ein leckeres Dinner zu finden.

Für mich war das auf jeden Fall ein Erlebnis, dass ich so schnell nicht vergessen werde.